Berlin: Poor, but compromised!
Die Hacker-Gruppe Rhysida behauptet, im August 2026 rund 5,79 TB Daten aus dem Berliner Landesnetz erbeutet zu haben, und droht mit deren Veröffentlichung. Das Land Berlin hat eine Lösegeldzahlung öffentlich abgelehnt.
https://www.watchguard.com/wgrd-security-hub/ransomware-tracker/rhysida
https://www.ransomware.live/group/rhysida
http://rhysidafc6lm7qa2mkiukbezh7zuth3i4wof4mh2audkymscjm6yegad.onion
http://rhysidafohrhyy2aszi7bm32tnjat5xri65fopcxkdfxhi4tidsg7cad.onion
Was Rhysida erbeutet haben will
Nach eigenen Angaben der Gruppe wurden rund 1,44 Millionen Dateien mit einem Gesamtvolumen von 5,79 TB aus dem Landesnetz Berlins kopiert, bevor betroffene Bereiche vom Netz getrennt wurden.
Zugangsdaten im Klartext
- GebÀudeAtlas: Datenbank zu Liegenschaften
- PAYONE: ePayment-Zahlungsdatenbank
- Persönliche âPasswort-Tresore"
- Zugangsdaten aus der Verwaltungsspitze
Als Verschlusssache eingestuftes Material
- Protokolle von Bundesrats-AusschĂŒssen samt Schriftverkehr zur Deklassifizierung
- Daten aus dem Bereich Geheimschutz
- Aktuelle Pass- und Ausweiskopien aus Personalakten und âGI-Vertraulich"-BestĂ€nden
Massendaten
- Personalakten (>5.000), Gehaltsdaten (Convotis), BuĂgeldvorgĂ€nge (>5.000)
- SQL-Dumps des Postbuchs, Zeitraum 2020â2026, sowie PST-Archive
KRITIS-Bezug & Private Daten
- Schwachstellenanalysen zur Berliner Wasserversorgung (KRITIS)
- Private Daten der Leitungsebene (IBANs, Ausweisdaten, Bankkarte)
Hintergrund zum Angriff auf Berlin
Ăffentlich bestĂ€tigte und berichtete Informationen rund um Angriff, TĂ€ter und Reaktion der Stadt.
Entdeckung und Netztrennung
AuffĂ€lliger Datenabfluss wurde Anfang August 2026 bemerkt; betroffene Fachbereiche wurden rund eine Woche spĂ€ter vom zentralen Landesnetz getrennt. Dieses Zeitfenster gilt als möglicher Grund fĂŒr den Umfang der abgeflossenen Daten.
Senatsverwaltungen im Fokus
Berichten zufolge waren unter anderem Bereiche der Senatsverwaltung fĂŒr MobilitĂ€t, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt sowie fĂŒr Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen betroffen â Letzteres mit Auswirkungen auf die Bearbeitung von WohngeldantrĂ€gen.
30 Bitcoin Lösegeldforderung
Die Angreifer sollen rund 30 Bitcoin â umgerechnet etwa zwei Millionen Euro â gefordert haben. Der Regierende BĂŒrgermeister und die Innensenatorin erklĂ€rten nach einer Senatssondersitzung, Berlin lasse sich nicht erpressen.
Wer ist Rhysida?
Rhysida ist eine seit 2023 aktive Ransomware-as-a-Service-Gruppe, die auf doppelte Erpressung setzt: VerschlĂŒsselung plus Drohung mit Datenveröffentlichung. FrĂŒhere Ziele reichten von der British Library ĂŒber die Stadt Stuttgart bis zu US-Gesundheitseinrichtungen.
Offizielle BestÀtigung
Die Senatskanzlei bestĂ€tigte den Vorfall und erklĂ€rte, der Berliner Datenschutzbeauftragte sowie das Bundesamt fĂŒr Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) wĂŒrden fortlaufend informiert.
Keine Gefahr fĂŒr die Wahl
Die Innensenatorin erklĂ€rte, nach aktuellem Kenntnisstand seien keine fĂŒr die Abgeordnetenhauswahl relevanten Bereiche betroffen; die Wahlinfrastruktur werde als sicher eingestuft.
EinschÀtzung einer KI
Im Vergleich zu den gröĂten Cyberangriffen der Geschichte ist der Berliner Vorfall sehr schwerwiegend fĂŒr Deutschland, aber nicht einer der gröĂten weltweit. Entscheidend ist dabei weniger die reine Datenmenge (5,7 TB), sondern wer betroffen ist und welche Daten abgeflossen sind.
Vergleich innerhalb Deutschlands durch eine KI
Der Berliner Angriff dĂŒrfte zu den gravierendsten CybervorfĂ€llen gegen eine deutsche Landesverwaltung zĂ€hlen. Vergleichbare FĂ€lle waren beispielsweise:
- der Angriff auf den Landkreis Anhalt-Bitterfeld (2021),
- Angriffe auf mehrere UniversitÀten,
- Angriffe auf Stadtverwaltungen wie Potsdam oder Schwerin,
- sowie frĂŒhere Attacken auf Stuttgart, die ebenfalls der Gruppe Rhysida zugeschrieben werden.
GesamteinschÀtzung einer KI
Weltweit wĂŒrde ich den Berliner Vorfall nicht zu den Top-10 der gröĂten Datenlecks zĂ€hlen. Hinsichtlich der staatlichen Bedeutung fĂŒr Deutschland gehört er jedoch zu den schwersten bekannten Cyberangriffen der letzten Jahre.